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Wacker Neuson EZ17e: Der Elektro-Minibagger, der einen Arbeitstag ohne Steckdose schafft

1,7-Tonnen-Klasse, 23,4 Kilowattstunden Akku, Zero Tail: Der EZ17e ist die Maschine, mit der viele Betriebe zum ersten Mal elektrisch baggern. Was er kann, was er kostet und wo er an Grenzen stößt.

Elektrischer Minibagger ohne Hecküberstand arbeitet in einem engen Innenhof zwischen Hauswänden
Kein Abgas, wenig Lärm: Im Innenhof spielt der Elektroantrieb seinen Vorteil aus. Symbolbild
Kurz gesagt
  • Batterie mit 23,4 kWh, laut Hersteller ausreichend für einen normalen Arbeitstag ohne Zwischenladen; Laden an jeder Stromquelle von 100 bis 415 Volt.
  • Grabtiefe 2,49 Meter, Losbrechkraft 20,5 kN, Betriebsgewicht 1,8 bis 2,2 Tonnen – die Leistungswerte entsprechen dem Diesel-Schwestermodell.
  • Lohnt sich für Innenräume, Innenstädte, Nachtarbeit und Ausschreibungen mit Emissionsauflagen; auf dem freien Feld entscheidet der Preis.
Steckbrief
Hersteller
Wacker Neuson SE, München
Kategorie
Elektrischer Zero-Tail-Minibagger, 1,7-t-Klasse
Antrieb
Lithium-Ionen-Batterie 23,4 kWh, Betrieb wahlweise im Akku- oder Netzbetrieb
Leistungsdaten
Grabtiefe max. 2.490 mm, Grabradius max. 4.060 mm, Losbrechkraft max. 20,5 kN, Betriebsgewicht 1.797 bis 2.152 kg
Laden
100 bis 415 Volt, integrierte Batterieheizung, im Netzbetrieb gleichzeitig laden und arbeiten
Preis
Auf Anfrage über Händler oder Miete; deutlich über dem Diesel-Pendant (Herstellerangabe zum Aufpreis liegt uns nicht vor)
Für wen
Betriebe mit Aufträgen in Innenräumen, Innenstädten, Nachtbaustellen und emissionsbeschränkten Ausschreibungen
Stand
Herstellerangaben, abgerufen September 2026

Unabhängig recherchiert auf Basis von Herstellerangaben und Fachpresse. Keine bezahlte Platzierung, keine Testmuster.

Der EZ17e ist kein Konzeptfahrzeug, sondern seit Jahren im Vermietpark und auf Baustellen unterwegs. Wacker Neuson hat das Diesel-Schwestermodell EZ17 elektrifiziert, ohne die Geometrie zu ändern: gleicher Ausleger, gleiche Grabtiefe, gleicher Zero-Tail-Aufbau, bei dem das Heck beim Schwenken nicht über die Ketten hinausragt. Wer die Maschine kennt, findet sich sofort zurecht.

Was den Unterschied macht

Die Batterie fasst 23,4 Kilowattstunden. Nach Herstellerangaben reicht das für einen normalen Arbeitstag ohne Zwischenladen – im GaLaBau-Alltag mit Pausen, Umsetzen und Handarbeit ist das plausibel, bei durchgehendem Lösen von schwerem Boden nicht. Zwei Details sind für die Praxis entscheidender als die Kapazität: Die Maschine lädt an jeder Stromquelle zwischen 100 und 415 Volt, also auch an der Haushaltssteckdose über Nacht, und sie kann am Kabel arbeiten und dabei laden. Auf einer Innenhof-Baustelle mit Stromanschluss ist die Reichweitenfrage damit erledigt.

Eine integrierte Batterieheizung sorgt dafür, dass der Akku auch im Winter geladen werden kann. Das wartungsfreie Batteriesystem ist patentiert; Ölwechsel, Filter und Kühlflüssigkeit für den Motor entfallen.

Leistung

Grabtiefe 2,49 Meter, Grabradius 4,06 Meter, Losbrechkraft 20,5 kN, Betriebsgewicht je nach Ausstattung zwischen 1,8 und 2,2 Tonnen: Das sind die Werte der Diesel-Klasse. Der Elektromotor liefert sein Drehmoment sofort, was beim Anreißen von verdichtetem Boden angenehm ist. Was fehlt, ist das Motorgeräusch – wer neben der Maschine arbeitet, hört Hydraulik und Ketten, nicht mehr. In Wohngebieten und bei Nachtarbeit ist das der eigentliche Grund, warum Betriebe die Maschine anfragen.

Rechnen statt glaubenDie Maschine kostet in der Anschaffung deutlich mehr als das Diesel-Modell; eine belastbare Herstellerangabe zum Aufpreis liegt uns nicht vor, Händler nennen die Zahl auf Anfrage. Dagegen stehen: keine Kraftstoffkosten, geringere Wartung, Zugang zu Baustellen, die für Verbrenner gesperrt sind, und Ausschreibungen, die emissionsfreie Geräte verlangen oder bevorzugen. Wer zwei bis drei solcher Aufträge im Jahr hat, sollte rechnen – wer keinen hat, mietet die Maschine für den Einzelfall.

Grenzen

Die Ladeinfrastruktur auf der Baustelle ist die erste Grenze: Ohne Stromanschluss braucht die Maschine abends einen Platz an der Steckdose, und der Transport zum Hof kostet Zeit. Die zweite ist das Gewicht beim Transport – mit Anhängerklasse BE ist die 1,7-Tonnen-Klasse gut zu bewegen, mit B96 wird es eng. Die dritte ist der Preis, der ohne konkrete Aufträge schwer zu rechtfertigen ist.

Für wen

Für Betriebe mit Innenraum- und Innenstadtprojekten, für Kommunalaufträge mit Emissionsvorgaben, für Nachtbaustellen und für alle, die ihren Fuhrpark in den nächsten Jahren ohnehin umstellen müssen. Für den reinen Privatgartenbetrieb im ländlichen Raum ist der Diesel vorerst die wirtschaftlichere Wahl – bis die Preise fallen oder die Auflagen steigen.

Quellen

  1. Wacker Neuson: Elektrischer Zero Tail Kettenbagger EZ17e (technische Daten, Ladekonzept) – www.wackerneuson.de/zero-emission/elektro-bagger/ez17e
  2. electrive.net: Wacker Neuson zeigt E-Minibagger EZ17e, 13. August 2020 – www.electrive.net/2020/08/13/wacker-neuson-zeigt-e-minibagger-ez17e/
  3. HKL Baumaschinen: Wacker Neuson EZ17e (Betriebsgewicht, Abmessungen) – www.hkl-baumaschinen.de/neuson-ez17e

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