Jahresauftakt: 25 Prozent mehr Bewerbungen, 3 Prozent weniger Stellen
Das Indeed Hiring Lab hat den Jahreswechsel 2025/26 ausgewertet, die Bundesagentur den Januar. Beide Zahlenreihen erzählen dasselbe: Zu Jahresbeginn bewegen sich Fachkräfte – und die Betriebe, die dann sichtbar sind, profitieren.
- Januar 2026 gegenüber Anfang Dezember: Bewerbungen plus 25 Prozent, Suchanfragen plus 38, Ausschreibungen minus 3 – 28 Prozent mehr Bewerbungen je Anzeige.
- Die Arbeitslosigkeit stieg im Januar um 177.000 auf 3.085.000, begründet mit den Außenberufen; Vakanzzeit 166 Tage, 49 Prozent der Stellen länger als drei Monate offen.
- Wer im Januar sichtbar ist, hat die beste Ausgangslage des Jahres – im März haben die Wechsler unterschrieben.
Der Stellenmarkt startet jedes Jahr gleich – und jedes Jahr wundern sich Betriebe, dass sie im März niemanden finden. Zwei Auswertungen aus dem Februar 2026 zeigen, was zwischen Dezember und Januar passiert.
Mehr Bewerbungen, weniger Anzeigen
Das Indeed Hiring Lab hat die Aktivität auf seiner Plattform zum Jahreswechsel gemessen. Gegenüber der ersten Dezemberhälfte stiegen die Bewerbungen im Januar um 25 Prozent und die Suchanfragen um 38 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der Stellenausschreibungen um 3 Prozent zurück. Rechnerisch bekam jede Ausschreibung 28 Prozent mehr Bewerbungen. Die Ökonomin Virginia Sondergeld spricht von einer einseitigen Dynamik: Die Nachfrage nach Jobs steigt, das Angebot nicht.
| Januar 2026 gegenüber 1.–15. Dezember 2025 | Veränderung |
|---|---|
| Bewerbungen | +25 % |
| Suchanfragen | +38 % |
| Stellenausschreibungen | −3 % |
| Bewerbungen je Ausschreibung | +28 % |
Der Winter setzt Außenberufe frei
Die Bundesagentur für Arbeit meldet für Januar 2026 einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 177.000 auf 3.085.000 – ein Plus von 6 Prozent gegenüber Dezember, das der Monatsbericht ausdrücklich mit den Außenberufen begründet: Baugewerbe, Landwirtschaft, Gartenbau. Die Zahl der gemeldeten Stellen lag bei 598.000. Zugleich zeigt der Bericht, wie träge Besetzungen geworden sind: Die abgeschlossene Vakanzzeit lag in der gleitenden Jahressumme bei 166 Tagen, 49 Prozent der gemeldeten Stellen waren länger als drei Monate unbesetzt.
Ein Drittel ist offen für Angebote
Die dritte Zahl kommt aus der Wechselbereitschaftsstudie von XING und forsa, erhoben zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 unter 3.418 Beschäftigten: 34 Prozent sind wechselbereit, 8 Prozent planen den Wechsel konkret, 26 Prozent sind offen, ohne aktiv zu suchen. Für Betriebe ist die zweite Gruppe die interessante – sie bewirbt sich nicht, sie lässt sich ansprechen.
Drei Konsequenzen
- Stellen vor Weihnachten ausschreiben. Nicht, weil im Dezember jemand anfängt, sondern weil im Januar jemand sucht.
- Im Januar erreichbar sein. Der Betrieb ruht, der Inhaber hat Zeit – das ist die beste Voraussetzung für Gespräche und Probetage.
- Die 26 Prozent ansprechen. Fachkräfte, die offen sind, aber nicht suchen, erreicht man nicht über Anzeigen, sondern über Empfehlungen, Sichtbarkeit in der Region und direkte Ansprache.
Quellen
- Indeed Hiring Lab Deutschland, Virginia Sondergeld: Mehr Bewerbungen bei weniger Stellen – einseitige Dynamik am Stellenmarkt zum Jahresauftakt, 16. Februar 2026 (Januar gegenüber 1.–15. Dezember: Bewerbungen +25 %, Suchanfragen +38 %, Ausschreibungen −3 %, Bewerbungen je Ausschreibung +28 %) – hiringlab.indeed.com/de/blog/2026/02/16/mehr-bewerbungen-bei-weniger-...
- Bundesagentur für Arbeit: Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Januar 2026 (Arbeitslosigkeit +177.000 / +6 % gegenüber Dezember, Außenberufe; Vakanzzeit 166 Tage in der gleitenden Jahressumme; 49 % der Stellen länger als drei Monate vakant; 598.000 gemeldete Stellen) – statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202601/arbeitsmarkt...
- XING/forsa: Wechselbereitschaftsstudie 2026 (34 % wechselbereit: 8 % konkret, 26 % offen; n = 3.418, erhoben Dezember 2025 bis Januar 2026), zitiert nach Haufe, 9. Februar 2026 – www.haufe.de/personal/hr-management/mitarbeiterbindung-wechselbereits...
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