Azubis für 2027: Drei Hebel, die Betriebe jetzt im Herbst umlegen
Die Ausbildungsverträge für den Start im August 2027 werden im Winter geschlossen. Wer im Herbst Praktika anbietet, in der Berufsschule sichtbar ist und die Eltern mitdenkt, hat im März unterschriebene Verträge.
- 3.221 Neuverträge auf fast 20.000 Betriebe: Wer 2027 einen Azubi will, entscheidet das im Herbst 2026, nicht im Sommer.
- Hebel eins: Praktika in den Herbst- und Winterferien anbieten – wer im Januar Praktikant war, unterschreibt im März.
- Hebel zwei: sichtbar sein, wo Jugendliche suchen, mit Fotos vom Team und der Zahl 1.140 Euro; Hebel drei: die Eltern mitdenken.
3.221 junge Menschen haben 2025 eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen. Auf fast 20.000 Betriebe verteilt sind das im Schnitt nicht einmal zwei Neuverträge je zehn Betriebe. Wer 2027 einen Auszubildenden will, muss ihn also gewinnen – und die Entscheidung fällt nicht im Sommer, sondern jetzt.
Hebel 1: Praktikum anbieten – in den Herbst- und Winterferien
Die meisten Ausbildungsverträge entstehen nach einem Praktikum. Schüler der neunten und zehnten Klasse suchen ihre Praktikumsplätze im Herbst, oft für die Woche vor oder nach den Ferien. Ein Betrieb, der auf seiner Website, in der Schule und bei der Agentur für Arbeit Praktikumsplätze anbietet, bekommt Anfragen. Ein Betrieb, der wartet, bekommt keine.
Das Praktikum selbst entscheidet: Zwei Wochen mit festem Ansprechpartner, echten Aufgaben und einem Gespräch am Ende, in dem der Betrieb sagt, was er sich vorstellt. Ein Praktikant, der im Januar bei Ihnen war, unterschreibt im März.
Hebel 2: Sichtbar sein, wo junge Leute suchen
Berufsschulen, Berufsorientierungsmessen, Elternabende – und online. Eine Ausbildungsstelle, die nur auf der eigenen Website steht, findet niemand, der den Betrieb noch nicht kennt. Auf Portalen, die Jugendliche nutzen, gehört sie hin – mit Fotos vom Team, nicht von der Maschine, und mit einer Zahl: 1.140 Euro im ersten Lehrjahr.
Hebel 3: Die Eltern mitdenken
Das Trendbarometer der Messe nennt ein Imageproblem des Berufs bei jungen Menschen. In der Praxis sitzt das Imageproblem oft am Küchentisch: Eltern, die sich für ihr Kind einen Bürojob wünschen. Sie hören andere Argumente als Jugendliche: Perspektive, Verdienst, Sicherheit. Nennen Sie im Gespräch den Tarif, die Meisterförderung, die Übernahmequote – und zeigen Sie, was Ihre Azubis nach drei Jahren gebaut haben.
Ein Argument, das kein Bürojob hat: Man sieht am Abend, was man gemacht hat. Es klingt einfach, aber es ist für viele Jugendliche der Grund, sich für ein Handwerk zu entscheiden. Sagen Sie es.
Der Zeitplan
- September/Oktober: Praktikumsplätze ausschreiben, Schulen anschreiben, Website prüfen.
- Oktober bis Februar: Praktika durchführen, Gespräche führen, Verträge anbieten.
- März: Verträge unterschrieben – bevor die Saison beginnt und niemand mehr Zeit hat.
- August 2027: Ausbildungsstart.
Quellen
- Gabot.de: GaLaBau – Azubi-Zahlen klettern auf fast 8.100, 25. Februar 2026 (8.089 Auszubildende, 3.221 Neuverträge) – www.gabot.de/ansicht/galabau-azubi-zahlen-klettern-auf-fast-8100-439688.html
- IG BAU: Tarifabschluss Garten- und Landschaftsbau (Ausbildungsvergütung 1.140 / 1.270 / 1.390 Euro ab 1. Juli 2026; Ecklohn 20,91 Euro) – igbau.de/Garten-und-Landschaftsbau-Tarifabschluss-mehr-Geld-fuer-alle.html
- Messe Nürnberg: Trendbarometer der GaLaBau 2026 (Imageproblem des Berufs bei jungen Menschen) – www.galabau-messe.com/de-de/presse/pressemitteilungen/2026/01/trendba...
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