Neun Millionen Quadratmeter neues Gründach – und 87 Prozent der Flachdächer bleiben grau

Der BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2025 zeigt einen Markt, der wächst und trotzdem erst am Anfang steht. Für GaLaBau-Betriebe ist Dach- und Fassadenbegrünung das Auftragsfeld mit dem größten unerschlossenen Potenzial.

Landschaftsgärtner verlegen Substrat und Sedum-Matten auf einem Flachdach über einer Stadt
Extensive Dachbegrünung: 2024 wurden bundesweit rund neun Millionen Quadratmeter neu angelegt. Symbolbild
Kurz gesagt
  • 2024 wurden rund neun Millionen Quadratmeter Dach neu begrünt – 12,8 Prozent der rund 69 Millionen Quadratmeter neuer Flachdächer.
  • Der Gründachbestand liegt bei rund 200 Millionen Quadratmetern; Fassadenbegrünung kam 2024 auf 137.100 neue Quadratmeter.
  • Treiber 2026: Festsetzungen in Bebauungsplänen, kommunale Förderung, Klimaanpassung – ein Geschäftsfeld, das weniger konjunkturabhängig ist als der Privatgarten.

Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) hat am 16. Dezember 2025 seinen Marktreport Gebäudegrün 2025 vorgelegt, zum sechsten Mal in Folge und mit 164 Seiten so umfangreich wie nie. Die Kernzahl: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund neun Millionen Quadratmeter Dachfläche neu begrünt. Das ist viel – und gleichzeitig nur ein Achtel dessen, was möglich gewesen wäre.

12,8 Prozent der neuen Flachdächer

Rund 69 Millionen Quadratmeter Flachdach sind 2024 neu entstanden. 12,8 Prozent davon wurden begrünt, etwa 87 Prozent blieben unbegrünt. Der Bestand an Gründächern in Deutschland liegt laut BuGG bei rund 200 Millionen Quadratmetern; im internationalen Vergleich gehört das Land damit zur Spitzengruppe. Bei der Fassadenbegrünung wurden 2024 rund 137.100 Quadratmeter neu geschaffen, davon 109.600 bodengebunden und 27.500 wandgebunden.

Kennzahl 2024Wert
Neu begrünte Dachflächerund 9 Mio. m²
Neu entstandene Flachdachflächerund 69 Mio. m²
Anteil begrünt12,8 %
Fassadenbegrünung neu137.100 m²
Bestand Dachbegrünungrund 200 Mio. m²

Warum das Potenzial so groß ist

BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann verweist auf die Rolle Deutschlands als Vorreiter – und darauf, dass es bei der Umsetzung um Qualität geht. Für die Nachfrage sorgen drei Treiber, die 2026 stärker werden: kommunale Festsetzungen in Bebauungsplänen, Förderprogramme der Städte und die Klimaanpassung, die auf der GaLaBau 2026 als prägendes Thema gesetzt ist. Ein Gründach hält Regenwasser zurück, kühlt das Gebäude, verlängert die Lebensdauer der Abdichtung und ist in vielen Kommunen inzwischen Bedingung für die Baugenehmigung.

Für GaLaBau-Betriebe

Dach- und Fassadenbegrünung ist ein Gewerk, das zwischen Dachdecker, Gebäudetechnik und Landschaftsbau liegt – und in dem der GaLaBau die Pflanzenkompetenz mitbringt, die den anderen fehlt. Drei Einstiegspunkte:

  1. Extensive Begrünung als Standardleistung. Sedum-Matten, Substrat, Filter- und Dränschicht – Systemaufbauten der Hersteller sind erlernbar und kalkulierbar. Die Herstellerverbände bieten Schulungen an.
  2. Pflegeverträge. Jedes Gründach braucht ein bis zwei Pflegegänge im Jahr. Wer sie anbietet, hat wiederkehrende Umsätze im Winterhalbjahr.
  3. Kooperation mit Dachdeckern. Der Dachdecker dichtet ab, der GaLaBau begrünt. Betriebe, die sich regional zusammentun, gewinnen Aufträge, die keiner allein bekäme.

Der Report ist als PDF kostenlos beim BuGG erhältlich.

Quellen

  1. Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG): BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2025, veröffentlicht 16. Dezember 2025 (Dachbegrünung 2024: rund 9 Mio. m², 12,8 % der rund 69 Mio. m² neuer Flachdächer; Fassadenbegrünung 137.100 m²; Bestand rund 200 Mio. m²), zitiert nach baulinks.de – www.baulinks.de/webplugin/2025/1812.php4
  2. B_I galabau: Gebäudegrün 2025 – Aktuelle Marktzahlen zu Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung – bau.bi/galabau/nachrichten/gebaeudegruen-2025-wie-entwickeln-sich-dac...
  3. BuGG: Marktentwicklung Gebäudebegrünung – aktuelle Zahlen zeigen enormes Potential – www.gebaeudegruen.info/news/marktentwicklung-gebaeudebegruenung-aktue...

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