Zukunftsbäume: Welche Arten Hitze, Trockenheit und Frost aushalten

Die GALK-Straßenbaumliste führt 178 geeignete Straßenbaumsorten, die Broschüre von BdB und GALK filtert daraus 65 Zukunftsbäume. Für Betriebe, die Bäume pflanzen und für ihr Anwachsen haften, ist die Auswahl eine Frage des Geldes.

Landschaftsgärtner pflanzen einen jungen Straßenbaum mit Ballen in eine vorbereitete Baumgrube
Die Art entscheidet, ob der Baum in zehn Jahren noch steht – und wer die Nachpflanzung bezahlt. Symbolbild
Kurz gesagt
  • Die GALK-Straßenbaumliste führt 178 Sorten; BdB und GALK haben daraus 65 Zukunftsbäume für die Stadt ausgewählt.
  • Kriterien: Trockenstress- und Hitzetoleranz, Frosthärte, geringe Anfälligkeit – gut bewertet werden etwa Hopfenbuche, Zerreiche, Silberlinde, Amberbaum und Baumhasel.
  • Wer pflanzt, haftet für das Anwachsen: Die Sortenwahl nach Liste ist Gewährleistungsschutz, nicht Geschmackssache.

Die Linde vor dem Rathaus, der Ahorn in der Allee, die Rosskastanie am Biergarten – viele der Bäume, die das Bild deutscher Städte prägen, kommen mit dem Klima nicht mehr zurecht. Trockenheit, Strahlung und veränderte Niederschläge setzen ihnen zu, Schädlinge und Pilze kommen dazu. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) beobachtet deshalb seit Jahrzehnten, welche Arten im Straßenraum funktionieren, und veröffentlicht die Ergebnisse in ihrer Straßenbaumliste.

178 Sorten, 65 Zukunftsbäume

Die Liste weist aktuell 178 Baumsorten als taugliche Straßenbäume aus, mit Bewertungen zu Standort, Kronenform, Salztoleranz und Erfahrungen aus den Städten. Der Bund deutscher Baumschulen hat gemeinsam mit der GALK daraus die Broschüre „Zukunftsbäume für die Stadt” entwickelt: 65 Arten und Sorten, die als besonders geeignet für die Stadt der Zukunft gelten. Die Kriterien sind eindeutig: hohe Trockenstresstoleranz und Hitzeresistenz, gleichzeitig Frosthärte und eine geringe Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten.

Zu den Arten, die in den Listen regelmäßig gut abschneiden, gehören Hopfenbuche, Zerreiche, Silberlinde, Amberbaum, Baumhasel, Blumenesche und mehrere Ahorn- und Eichenarten aus trockeneren Herkünften. Welche Sorte an welchen Standort gehört, entscheidet die Liste – nicht die Verfügbarkeit in der nächsten Baumschule.

Warum das Betriebe betrifft

Wer einen Baum pflanzt, haftet in der Regel für sein Anwachsen – die Fertigstellungs- und Entwicklungspflege läuft über Jahre. Eine ungeeignete Art kostet den Betrieb Nachpflanzung, Pflege und Ruf. Drei Konsequenzen:

  1. Die Liste ist ein Argument. Wenn der Auftraggeber eine Art wünscht, die für den Standort ungeeignet ist, hilft der Verweis auf GALK und BdB. Wer schriftlich auf die Listen hinweist, ist im Streitfall besser gestellt.
  2. Der Standort ist mehr als die Art. Zukunftsbäume brauchen Zukunfts-Standorte: ausreichend Wurzelraum, geeignetes Substrat, Wasserzufuhr in den ersten Jahren. Eine Baumrigole verbessert die Bilanz mehr als die beste Sorte im schlechten Boden.
  3. Früh bestellen. Die gefragten Zukunftsarten sind in großen Stückzahlen und Sortierungen knapp. Wer für Projekte 2027 pflanzt, sollte jetzt mit Baumschulen sprechen.
PraxisDie GALK-Straßenbaumliste ist online frei abrufbar und lässt sich nach Standortkriterien filtern. Die BdB-Broschüre gibt es als PDF. Beides gehört in jeden Betrieb, der Bäume pflanzt – und auf den Tisch jedes Gesprächs mit Kommunen und Planern.

Quellen

  1. Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz (GALK): Straßenbaumliste (Abfrage 2026, 178 Baumsorten) – strassenbaumliste.galk.de/
  2. Bund deutscher Baumschulen (BdB) und GALK: Zukunftsbäume für die Stadt – Auswahl aus der GALK-Straßenbaumliste (65 Straßenbäume) – www.gruen-ist-leben.de/themen-produkte/oeffentliches-gruen/zukunftsbaeume/
  3. GALK: Zukunftsbäume für die Stadt (Kriterien: Trockenstresstoleranz, Hitzeresistenz, Frosthärte, geringe Anfälligkeit) – galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/zukunftsbaeume-fue...

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