623.000 offene Stellen, 2,9 Millionen Arbeitslose: Was der Oktober für die Winterplanung bedeutet

Die Bundesagentur meldet für Oktober 2025 einen stabilen Arbeitsmarkt. Für GaLaBau-Betriebe beginnt jetzt das Zeitfenster, in dem sich Fachkräfte am ehesten bewegen – und in dem die wenigsten Betriebe suchen.

Bauleiter mit Tablet und Bauplan auf einer Baustelle im Herbst, im Hintergrund Bagger und Laub
Oktober auf der Baustelle: Die Saison läuft aus, die Personalplanung für das nächste Jahr beginnt. Symbolbild
Kurz gesagt
  • Oktober 2025: 2.911.000 Arbeitslose, 623.000 gemeldete Stellen – und ein Winter, der Außenberufe freisetzt (jedes kältere Dezember-Grad rund 34.000 zusätzliche Arbeitslose laut IAB).
  • Im Januar suchen mehr Menschen bei weniger Anzeigen: 2025 lagen die Suchanfragen 34 Prozent über der Vorweihnachtszeit, die Stellen 14,1 Prozent unter dem Vorjahr.
  • Wer am 1. April besetzt haben will, rechnet von Kündigungsfristen und Probearbeit zurück – und sucht im Januar, nicht im März.

Im Oktober 2025 waren in Deutschland 2.911.000 Menschen arbeitslos gemeldet, die Betriebe hatten 623.000 offene Stellen bei der Bundesagentur angezeigt. Beide Zahlen sind für sich genommen unspektakulär. Für den Garten- und Landschaftsbau markiert der Oktober aber den Beginn eines Zeitfensters, das sich Jahr für Jahr wiederholt – und das die meisten Betriebe ungenutzt lassen.

Der Winter setzt Fachkräfte frei

Die Außenberufe reagieren auf das Wetter. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat berechnet, dass jedes Grad, das der Dezember kälter ausfällt als 0,8 Grad, rund 34.000 zusätzliche Arbeitslose bedeutet – vor allem im Baugewerbe und in der Land- und Forstwirtschaft. Ein Teil davon sind saisonale Freistellungen, die im Frühjahr enden. Ein anderer Teil sind Fachkräfte, die den Winter nutzen, um sich neu zu orientieren.

Das Indeed Hiring Lab hat den Jahreswechsel 2024/25 ausgewertet: Im Januar 2025 lagen die Suchanfragen auf dem Portal 34 Prozent über dem Niveau der Vorweihnachtszeit, während die Zahl der Stellenanzeigen Ende Januar 14,1 Prozent unter dem Vorjahr lag. Mehr Suchende, weniger Anzeigen – für Betriebe, die im Januar sichtbar sind, ist das die beste Ausgangslage des Jahres.

Warum die wenigsten Betriebe im Winter suchen

Der Grund ist einfach: Im Winter fehlt die Not. Die Baustellen ruhen, das Team ist komplett, die Lücke wird erst im März spürbar, wenn die ersten Aufträge anlaufen. Dann suchen alle gleichzeitig, und die Fachkräfte, die im Januar noch offen waren, haben unterschrieben.

Rückwärts rechnenWer am 1. April eine besetzte Stelle will, muss Kündigungsfristen des künftigen Mitarbeiters, Bewerbungsgespräche und Probearbeit einplanen. Realistisch sind sechs bis zehn Wochen zwischen erstem Kontakt und erstem Arbeitstag. Der Start der Suche liegt damit spätestens im Januar – besser im November.

Drei Schritte für den November

  1. Bedarf beziffern. Welche Positionen fehlen zur Saison 2026 tatsächlich – Landschaftsgärtner, Vorarbeiter, Bauleiter? Wie viele? Eine Zahl auf einem Zettel genügt, aber sie muss existieren.
  2. Sichtbar sein, bevor die Suche beginnt. Eine Stellenanzeige, die im November online geht, erreicht die Fachkräfte, die über den Winter nachdenken. Eine, die im März online geht, erreicht die, die übrig sind.
  3. Ansprechpartner benennen. Im Winter haben Betriebsinhaber Zeit für Gespräche. Wer Namen und Handynummer in die Anzeige schreibt, bekommt Anrufe statt Formulare.

Der Oktober ist damit weniger der Monat, in dem die Saison endet, als der Monat, in dem die nächste entschieden wird.

Quellen

  1. Bundesagentur für Arbeit: Presseinfo Nr. 44 vom 30. Oktober 2025 – Der Arbeitsmarkt im Oktober 2025 (2.911.000 Arbeitslose, 623.000 gemeldete Stellen) – www.arbeitsagentur.de/presse/2025-44-arbeitsmarkt-im-oktober-2025
  2. Indeed Hiring Lab Deutschland: Der Stellenmarkt startet unausgewogen in das neue Jahr, 17. Februar 2025 (Januar 2025: Suchanfragen +34 % gegenüber der Vorweihnachtszeit; Stellen am 31. Januar 2025 −14,1 % gegenüber Vorjahr) – hiringlab.indeed.com/de/blog/2025/02/17/der-stellenmarkt-startet-unau...
  3. IAB-Kurzbericht 2/2015: Frost und Schnee – je Grad unter 0,8 °C im Dezember rund 34.000 zusätzliche Arbeitslose; Bau sowie Land- und Forstwirtschaft am wetterabhängigsten – doku.iab.de/kurzber/2015/kb0215.pdf

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