KI im GaLaBau: Angebot per Prompt, Aufmaß per Drohne – was heute schon funktioniert
Softwareanbieter versprechen automatische Angebote und Pflanzempfehlungen aus Standortdaten. Zwischen Messe-Demo und Betriebsalltag liegt ein Stück Weg. Was 2026 praxistauglich ist, was in der Entwicklung steckt und wo die Grenzen liegen.
- Aufmaß ist der Bereich mit dem klarsten Nutzen: Drohne, Scanner und Messapps liefern Flächen, Höhen und Volumen in Minuten.
- Angebote: KI-Module wie Aura-Quote von Craftview erstellen aus einer Projektbeschreibung einen Angebotsentwurf – den der Betrieb prüft, nicht übernimmt.
- Für Drohnen gelten Kompetenznachweis, Registrierung und Flugregeln über Wohngebieten; KI-Werkzeuge liefern Entwürfe, die Kalkulation bleibt Sache des Betriebs.
Künstliche Intelligenz ist auf der GaLaBau 2026 ein Messethema, in den meisten Betrieben aber noch keine Betriebspraxis. Das liegt weniger an der Technik als an der Frage, wo sie im Alltag eines Landschaftsbaubetriebs tatsächlich Zeit spart. Drei Bereiche haben sich 2026 herauskristallisiert.
1. Aufmaß: Drohne, Scanner, Messapp
Das Aufmaß ist der Bereich mit dem klarsten Nutzen. Drohnen, Laserscanner und Messapps auf dem Smartphone erleichtern die Flächenermittlung, die Dokumentation und die Kalkulation erheblich, wie die Messe Nürnberg in ihrem Überblick zur Handwerkersoftware festhält. Ein Grundstück, das früher mit Maßband und Skizze eine Stunde brauchte, ist per Drohne in Minuten aufgenommen – mit Höhenmodell, Flächen und Volumen. Die Auswertung übernimmt die Software; KI hilft dabei, Kanten, Beläge und Vegetation automatisch zu erkennen.
Praxistauglich sind vor allem Messapps, die aus Fotos oder LiDAR-Daten des Smartphones Flächen berechnen, und Drohnen mit Auswertungssoftware für größere Grundstücke. Voraussetzung für Drohnen: Kompetenznachweis, Registrierung und Beachtung der Flugregeln – über Wohngebieten gelten Abstände und Höhenbegrenzungen.
2. Angebote: der Prompt als Startpunkt
Beim Angebot geht die Entwicklung am weitesten. Der Anbieter Craftview hat mit auraNexus ein KI-Modul integriert; das Werkzeug Aura-Quote erstellt aus einer Projektbeschreibung – dem Prompt – oder aus einer generierten Visualisierung einen weitgehend automatisierten Angebotsentwurf. Der Betrieb beschreibt in Sätzen, was gebaut werden soll, und bekommt Positionen, Mengen und Preise als Vorschlag, den er prüft und anpasst.
3. Planung: Pflanzempfehlungen aus Standortdaten
KI-gestützte Planungswerkzeuge, die aus Standortdaten automatisch Pflanzen empfehlen, sind laut Messe in der Entwicklung. Die Idee: Bodenart, Exposition, Wasserverfügbarkeit und Klimaprognose ergeben eine Artenliste, die zum Standort passt – ein Werkzeug, das mit den Zukunftsbaum-Listen von GALK und BdB zusammenwächst. Im Betriebsalltag ist das noch nicht angekommen.
Was sich für Betriebe lohnt
- Aufmaß digitalisieren – der schnellste Gewinn, unabhängig von KI.
- Stammdaten pflegen – Einheitspreise, Leistungspositionen, Textbausteine. Ohne sie bleibt jede KI ein Spielzeug.
- Klein anfangen – ein Werkzeug, ein Prozess, ein Mitarbeiter, der es verantwortet. Wer alles auf einmal umstellt, stellt nach drei Monaten alles wieder zurück.
- Auf der Messe die Frage stellen, die zählt: Welcher Betrieb in meiner Größe arbeitet damit seit einem Jahr – und darf ich ihn anrufen?
Quellen
- Messe Nürnberg: Handwerkersoftware und KI im GaLaBau nutzen, Juni 2026 (Drohnenvermessung, Aufmaß, KI-gestützte Planung; Softwareanbieter wie KS21 auf der GaLaBau 2026) – www.galabau-messe.com/de-de/aktuelles/2026/06/handwerkersoftware-und-...
- B_I galabau: KI im GaLaBau – GaLaBau-Software mit KI: Craftview und auraNexus automatisieren Planung (Aura-Quote: KI-gestützte Angebote aus Prompt oder Visualisierung) – bau.bi/galabau/nachrichten/ki-im-galabau-galabau-software-mit-ki-craf...
- B_I galabau: digitalBAU 2026 – Neue KI-Lösungen als Schwerpunkt – bau.bi/baumagazin/betriebsfuehrung/digitalbau-2026-neue-ki-loesungen-...
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