Meister werden im GaLaBau: Weg, Prüfung, Kosten – und was das Aufstiegs-BAföG davon übernimmt

Der Gärtnermeister ist der klassische Aufstieg vom Facharbeiter zur Führungskraft. Wie die Vorbereitung organisiert ist, was die Prüfung verlangt und warum der Staat die Hälfte der Lehrgangskosten trägt.

Meisterschüler zeichnen einen Gartenplan im Unterrichtsraum einer Fachschule, Pflanzenkataloge auf dem Tisch
Ein Jahr Vollzeit oder zwei Jahre berufsbegleitend: Die Meisterschule ist die längste Auszeit im Berufsleben eines Landschaftsgärtners. Symbolbild
Kurz gesagt
  • Zulassung mit Gesellenprüfung und Berufspraxis; Vorbereitung ein Schuljahr Vollzeit (Bayern zehn Monate) oder zwei Jahre berufsbegleitend.
  • Prüfung mit Meisterarbeit, Betriebs- und Unternehmensführung sowie Berufsausbildung und Mitarbeiterführung; Prüfungsgebühr in Niedersachsen 1.210 Euro.
  • Aufstiegs-BAföG: Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis 15.000 Euro, die Hälfte als Zuschuss, in Vollzeit Unterhaltsbeitrag bis 1.019 Euro monatlich; 50 Prozent Darlehenserlass bei bestandener Prüfung.

Im GaLaBau führt der Weg nach oben über die Baustelle: Facharbeiter, Vorarbeiter, Bauleiter – und irgendwann die Frage, ob es der Meister sein soll. Für viele Betriebe ist der Titel die Voraussetzung, um Auszubildende selbst anleiten und einen Betrieb übernehmen zu können. Für die Fachkraft ist er die Eintrittskarte in die Betriebsführung, die auch ohne Studium funktioniert.

Zulassung und Vorbereitung

Zur Meisterprüfung im Gartenbau, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, wird zugelassen, wer die Gesellenprüfung bestanden hat und anschließend Berufspraxis nachweist – in der Regel zwei Jahre; die genauen Anforderungen legt die zuständige Stelle fest, im Gartenbau die Landwirtschaftskammer oder das Regierungspräsidium des jeweiligen Landes.

Die Vorbereitung ist nicht vorgeschrieben, aber üblich: an Fachschulen für Gartenbau in Vollzeit über ein Schuljahr – in Bayern zehn Monate –, an Meisterschulen und bei Bildungsträgern berufsbegleitend über zwei Jahre mit Abend- und Wochenendunterricht. Die Vollzeitvariante hat den Vorteil der Konzentration und den Nachteil des fehlenden Einkommens; die Teilzeitvariante hält den Job und verlangt zwei Winter Disziplin.

Die Prüfung

Die Meisterprüfung besteht aus mehreren Teilen: dem fachpraktischen Bereich mit einer Meisterarbeit – einem realen Projekt aus Planung, Kalkulation und Ausführung – samt Prüfungsgespräch, dem Bereich Betriebs- und Unternehmensführung mit Kalkulation, Recht, Betriebswirtschaft und Marketing sowie dem Bereich Berufsausbildung und Mitarbeiterführung, der die Ausbildereignung einschließt. Schriftliche, praktische und mündliche Prüfungsteile verteilen sich über mehrere Monate. Die Prüfungsgebühr liegt bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen derzeit bei 1.210 Euro; andere Länder bewegen sich in ähnlicher Größenordnung.

Was es kostet – und was der Staat zahlt

Lehrgangsgebühren, Prüfungsgebühren, Material, Fahrten, im Vollzeitmodell ein Jahr ohne Gehalt: Die Meisterausbildung ist eine Investition im mittleren fünfstelligen Bereich, wenn man den Verdienstausfall mitrechnet. Das Aufstiegs-BAföG fängt einen großen Teil davon ab.

Aufstiegs-BAföG in ZahlenLehrgangs- und Prüfungsgebühren werden bis 15.000 Euro gefördert – die Hälfte als Zuschuss, der nicht zurückgezahlt wird, die andere Hälfte als zinsgünstiges KfW-Darlehen. Wer die Prüfung besteht, bekommt von diesem Darlehen noch einmal die Hälfte erlassen. In Vollzeitmaßnahmen kommt ein Unterhaltsbeitrag hinzu, für Alleinstehende bis zu 1.019 Euro im Monat als Vollzuschuss, einkommens- und vermögensabhängig; für Kinder gibt es Zuschläge. Die Förderung der Lehrgangskosten ist unabhängig vom Einkommen.

Wer berufsbegleitend lernt, bekommt den Maßnahmebeitrag, aber keinen Unterhalt – die Teilzeitmaßnahme muss dafür mindestens 18 Unterrichtsstunden im Monat umfassen. Den Antrag stellt man beim Amt für Ausbildungsförderung des Wohnorts, möglichst vor Beginn des Lehrgangs.

Was der Betrieb davon hat

Betriebe, die ihre Leute zur Meisterschule schicken, verlieren sie für ein Jahr oder für zwei Winter – und gewinnen eine Führungskraft, die den Betrieb kennt. Viele Inhaber unterstützen mit Freistellung, Zuschüssen zu Fahrtkosten oder einer Rückkehrvereinbarung; letztere muss angemessen sein, sonst hält sie vor Gericht nicht. Was sich in der Praxis am stärksten auswirkt, ist die Perspektive: Wer weiß, dass nach dem Meister die Bauleitung oder eine Beteiligung wartet, kommt zurück. Wer es nicht weiß, sucht mit dem frischen Titel woanders.

Alternativen

Wer den Meister nicht will, hat andere Wege: den staatlich geprüften Techniker für Gartenbau und Landschaftsbau an zweijährigen Fachschulen, den Bachelor im Landschaftsbau an Hochschulen oder betriebliche Aufstiegswege ohne Titel. Für die Ausbildung von Lehrlingen reicht die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO, die auch ohne Meister abgelegt werden kann. Für die Betriebsübernahme ist der Meister im GaLaBau keine gesetzliche Pflicht – aber bei Banken, Kammern und Kunden das Papier, das Vertrauen schafft.

Quellen

  1. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Aufstiegs-BAföG – Wie wird gefördert? (Maßnahmebeitrag bis 15.000 Euro, 50 Prozent Zuschuss, Unterhaltsbeitrag 1.019 Euro für Alleinstehende in Vollzeit) – www.aufstiegs-bafoeg.de/aufstiegsbafoeg/de/die-foerderung/wie-wird-ge...
  2. Landwirtschaftskammer Niedersachsen: Meisterprüfung im Gartenbau (Prüfungsgebühr 1.210 Euro) – www.lwk-niedersachsen.de/lwk/news/15582_Meisterpruefung_im_Gartenbau
  3. Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Meisterprüfung im Gartenbau – www.landwirtschaftskammer.de/gartenbau/fachschule/meister/index.htm

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